Bad Soden atmet auf, da die Hitzewelle vorüber scheint und dennoch könnte dieser Sommer der viert trockenste und einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Als eine Folge des Klimawandels hat dies weiterhin Auswirkungen auf die Natur in Bad Soden und aus aktuellem Anlass (Haushaltssperre), auch auf die Finanzen der Stadt Bad Soden.
Vor diesem Hintergrund stellte die Fraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN in der letzten Stadtverordnetenversammlung einen Antrag auf Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Bad Soden.
Die Diskussion eröffnete Jörg Ellminger (Mitglied der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN): „Die Herausforderungen des Klimawandels sind vielfältig, als Beispiel seien hier nur kurz die Auswirkungen der Trockenheit auf den Grundwasserspiegel, die Austrocknung der Böden und daraus resultierende mögliche Gebäudeschäden sowie das Gegenteil mit zu viel Regen und den daher notwendig gewordenen Regenrückhalteflächen z.B. am Sinai und neuerdings auf dem Süwag-Gelände genannt. Das belastet Natur und Geldbeutel gleichermaßen.“
„Auch die Anpassung der Kanalisation kostet die Stadt bereits erhebliche Summen“ merkte Frau Czinkota (CDU) an und „man tue doch schon etwas“.
Das ist uns Grünen allerdings zu wenig, da der Klimawandel viele unterschiedliche und komplexe Auswirkungen hat, die man nicht mal so eben nebenbei bekämpfen kann. Wir halten es aufgrund der Größe der Aufgabe für notwendig, dass sich die Stadt mehr Expertise erarbeitet und ein Konzept erstellt wie sie die bevorstehenden Aufgaben und Kosten bewältigen will. Dazu äußerte sich Annelie Koschella von den Grünen: „Wir stehen ja nicht alleine da, z.B. hat das Bundesumweltministerium ausführliche Leitfäden zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels für die Kommunen erarbeitet.“ Den Kommunen kommt dabei eine zentrale Rolle zu, meint das Bundesamt für Umwelt auf seiner Internetseite, da dort die Probleme konkret auftreten werden.
Fraktionschef Harald Fischer ergänzte: “Auch die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) unterstützt die Städte mit einem Klimaschutzprogramm von 140 Millionen Euro. Dadurch könnte sich die Stadt z.B. die geplante Renaturierung des Sulzbachs nahezu vollständig finanzieren.“ (B-Plan 28 “Dachbergstrasse“) Mit Unterstützung des Bundes wären sogar 100% möglich!
Auch nach einer ausführlichen Diskussion waren die übrigen Fraktionen nicht der Meinung, dass dies in Bad Soden notwendig sei. Nur etwa die Hälfte der SPD stimmte für den Antrag der Grünen.
Es ist erschreckend wie wenig die Stadtverordnetenversammlung in den vergangenen Jahren dazu gelernt hat, denn wir hatten diesen Antrag in ähnlicher Form bereits vor sechs Jahren schon einmal gestellt. Aber wir gehen davon aus, dass dieser Prozess noch Fahrt aufnehmen wird, sobald weitere Auswirkungen des Klimawandels sichtbar werden. Daher bleiben wir am Ball und setzen uns weiterhin für Umwelt und Natur ein.
Für die Bad Sodener Fraktion B‘90/DIE GRÜNEN
Jörg Ellminger



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