In der vergangenen Stadtverordnetenversammlung am 26.08.2026 hatte Bündnis 90 / Die Grünen drei Anträge eingebracht: zwei Änderungen zum Vorentwurf des neuen Bebauungsplans für die Neuentwicklung unserer Innenstadt, sowie ein Antrag zur Erstellung eines Hitzeaktionsplans. Alle drei Anträge wurden von der Mehrheit aus CDU, FDP und BSB abgelehnt.
Während sich zwei Anträge mit einer detaillierteren Festsetzung zu ausreichendem und förderfähigem Wohnungsbau sowie der Nutzung erneuerbarer Energien im Bereich des zukünftigen „Adlerkarrees“ beschäftigten, ist es zutiefst bestürzend, dass nicht einmal der Hitzesommer 2026 Eindruck auf die Stadtverordneten machen konnte.
Kein Hitzeaktionsplan für Bad Soden am Taunus!
Hitzerekorde, Tropennächte und der heißeste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Es wird immer eindeutiger, dass auch Maßnahmen zum Schutz vor extremer Hitze notwendig werden.
Diese Hitzewellen sind dabei nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsgefährdend. Laut dem RKI starben etwa 14.000 Menschen in Deutschland infolge der extremem Hitze dieses Jahr. Besonders betroffen sind dabei ältere Menschen, Kinder sowie gesundheitlich vorbelastete Bürgerinnen und Bürger.
Ein Schutzkonzept zur Vorsorge und Bewältigung wiederkehrender Hitzewellen hält die bürgerliche Kooperation von CDU, BSB und FDP jedoch für nicht notwendig, da diese zu stark in das persönliche Leben der Einwohner eingreifen würde. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich selbst informieren und vorbereiten.
Wir würden ja auch keinem Kälteaktionsplan folgen, so ein Argument. Dabei bereiten wir uns als Kommune selbstverständlich auf verschiedenste Wetterereignisse wie Schnee, Starkregen und Kälte vor – unter anderem führt die Stadt eine Wärmeplanung, in welcher die Art und Weise wie wir zukünftig effizient und nachhaltig heizen können analysiert wird.
Wiederkehrende Hitzewellen sind dabei nur neue Wetterereignisse für welche wir noch keine Pläne oder Handlungsempfehlungen vorliegen haben. Extreme Hitze wird häufiger und Hitzewellen halten länger an, deshalb haben wir die Erstellung eines Hitzeaktionsplans für Bad Soden am Taunus beantragt: Ein Hitzeaktionsplan schafft dabei klare Zuständigkeiten und legt kurzfristige Schutzmaßnahmen sowie langfristige städtebauliche Maßnahmen fest. Ziel eines solchen Planes ist es, die Stadt widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Teil unseres Antrags war die Festlegung kurzfristiger Sofortmaßnahmen in Hitzewellen, wie z.B. die Bereitstellung verständlicher Informationen über Gesundheitsgefahren, Warnstufen und bestehende Hilfsangebote. Für eine langfristige Anpassung beantragten wir die Prüfung möglicher Entsiegelungs-, Begrünungs- und Verschattungsmaßnahmen, welche die Hitzebelastung in unserem Stadtgebiet reduzieren können.
Um eine Zusammenarbeit und detaillieren Austausch zu ermöglichen, erhielten alle anderen Fraktionen diesen Antrag auch bereits im Voraus.
Mit Ausnahme der SPD, die ebenfalls einen Antrag zum Hitze-Monitoring in der Stadt einbrachte, und beide Vorschläge eine gegenseitige Unterstützung fanden, wurde das Thema Hitze jedoch von den anderen Fraktionen als nicht relevant wahr genommen.
„Über genaue Maßnahmen – welche angemessen und umsetzbar sind und welche nicht – lässt sich sicherlich diskutieren. Über die allgemeine Notwendigkeit einer Vorbereitung auf solche Extremwetterereignisse jedoch nicht. Umso enttäuschender ist es, dass auch unser Antrag zur Verschiebung in den Bau- und Umweltausschuss zur weiteren Beratung und Kompromissfindung abgelehnt wurde“, stellt Sofia Kretschmer fest.




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