„Wir bedauern es sehr, dass es nicht zu einer schwarz-grünen Koalitionsverhandlung gekommen ist“, so fasst Doris Herrmann die Stimmung der neuen Grünen Fraktion in Bad Soden zusammen. „Bisher!“ fügt der Fraktionsvorsitzende Harald Fischer schmunzelnd hinzu. „Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Unsere Tür steht jedenfalls weiterhin offen.“
Bei der ersten Grünen Fraktionssitzung nach der Osterpause ging es zwar hauptsächlich um Personalfragen für die anstehende Wahlperiode, dennoch war es den Fraktionsmitgliedern wichtig, auch über die Entscheidung der CDU zu sprechen, eine Minderheitsregierung im Bad Sodener Stadtparlament zu führen.
„Wir können mit dem Prinzip der wechselnden Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung leben“, meint Fischer achselzuckend, aber die Chance auf eine verlässliche und zukunftsorientierte Stadtpolitik sei damit leider vorerst vertan. Die Grünen hatten das Sondierungsgespräch mit der CDU kurz vor Ostern als überaus konstruktiv erlebt und waren deshalb überrascht, dass die CDU den logischen nächsten Schritt, nämlich zum Koalitionsgespräch einzuladen, nicht gegangen ist.
„Die Gründe für diese Entscheidung sind aus unserer Sicht nicht wirklich nachvollziehbar“, sagt Sabrina Staats-Kriszeleit, die als Grüne Spitzenkandidatin selbst am Sondierungsgespräch mit der CDU teilgenommen hatte. „Wir haben der CDU klar signalisiert, dass wir koalitionswillig und kompromissfähig sind.“ Vielleicht habe sich die CDU Sorgen gemacht, dass man sich mit den Grünen zu viel Klimaschutz einhandle, fügt sie nachdenklich hinzu. „In unserem Wahlprogramm steht dieses Thema ja an erster Stelle und unser gutes Wahlergebnis spricht für sich: viele Menschen wünschen sich eine Energie- und Verkehrswende in der Stadt. Die Zeit ist reif dafür.“
„Wir nehmen unser Wahlmotto ‚Zukunft machen wir zusammen‘ ernst“, schließt die Stadtverordnete Isabell Reuter die Diskussion ab. Die Grünen stünden für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der CDU und den anderen Parteien im Stadtparlament bereit. Fraktionsmitglied Jörg Ellminger fügt hinzu, es ginge jetzt darum, möglichst schnell handlungsfähig zu werden und konkrete Maßnahmen in die Wege zu leiten. Ihm liegt dabei besonders die Solaroffensive am Herzen. Die Nutzung von Sonnenenergie mache ja nicht nur ökologisch Sinn, sondern auch ökonomisch.




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