Hitzeaktionsplan für Bad Soden am Taunus Hitzerekorde, Tropennächte und der heißeste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Es wird immer eindeutiger, dass auch Maßnahmen zum Schutz vor extremer Hitze notwendig werden.
Diese Hitzewellen sind dabei nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsgefährdend. Laut dem RKI starben etwa 14.000 Menschen in Deutschland aufgrund der extremem Hitze dieses Jahr. Besonders betroffen sind dabei ältere Menschen, Kinder sowie gesundheitlich vorbelastete Bürgerinnen und Bürger.
So wie wir uns als Kommune auf Wetterereignisse wie Schnee, Starkregen und Kälte vorbereiteten, müssen wir uns auch auf die wiederkehrenden Hitzewellen vorbereiten. Dieser Sommer hat dies nochmal deutlicher gemacht. Deshalb beantragen wir die Erstellung eines Hitzeaktionsplans für Bad Soden am Taunus. Ein Hitzeaktionsplan schafft klare Zuständigkeiten und legt kurzfristige Schutzmaßnahmen sowie langfristige städtebauliche Maßnahmen fest. Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels weiterzuentwickeln.
Kurzfristig braucht es verständliche Informationen über Gesundheitsgefahren, Warnstufen und bestehende Hilfsangebote. Langfristig reduzieren Entsiegelung, Begrünung und Verschattung die Hitzebelastung.
Harald Fischer betont die Bedeutung einer vorausschauenden Planung: „Mit der Entwicklung und Umsetzung eines strukturierten Hitzeaktionsplans schafft Bad Soden eine Grundlage für nachhaltige, verantwortungsvolle und klimaresiliente Stadtentwicklung.“
Klimaschutz im Adlerkarree
Neben der Anpassung an die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels muss Bad Soden auch die eigenen Emissionen reduzieren. Die Stadt hat sich im Klima-Aktionsplan 2023 das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 gesetzt. Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn Klimaschutz auch in der städtebaulichen Planung verbindlich berücksichtigt wird.
Die Neuentwicklung rund um das aktuelle Rathaus, das sogenannte Adlerkarree, wird das Stadtbild und die energetische Struktur dieses Bereichs über mehrere Jahrzehnte prägen. Entscheidungen über die Nutzung erneuerbarer Energien haben deshalb langfristige Bedeutung für die kommunalen Klimaschutzziele.
Wir beantragen daher, im Bebauungsplan verbindliche Vorgaben zum Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien festzusetzen. Gebäude müssen mit emissionsarmen und erneuerbaren Energieträgern versorgt werden, um einen Weg zur Klimaneutralität zu ermöglichen.
„Ein Verzicht auf verbindliche Festsetzungen zur Energieversorgung aus erneuerbaren Energien widerspricht den eigenen Zielsetzungen der Stadt Bad Soden und erschwert die Erreichung der Klimaschutzziele“, stellt Sofia Kretschmer klar.
Bezahlbarer Wohnraum im Adlerkarree
Die Neukonzeptionierung des Adlerkarrees betrifft neben Klimaschutz und Klimaanpassung auch die soziale Entwicklung unserer Stadt. Bad Soden am Taunus gehört zu den 49 hessischen Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt. Der vorhandene Wohnraum reicht nicht aus und ist für viele Bürgerinnen und Bürger nicht bezahlbar.
Es muss sichergestellt werden, dass durch die Neukonzeptionierung mehr bezahlbarer Wohnraum in Bad Soden geschaffen wird.
Wir beantragen daher die Festsetzung einer Mindestquote von Wohnnutzung, sowie einen Anteil von 30% förderfähigem Wohnbau.
„Um auch Menschen und Familien mit geringeren oder mittelständischen Einkommen in unserer Gemeinde willkommen zu heißen und eine Chance auf bezahlbaren Wohnraum zu bieten, ist der Bau von förderfähigem Wohnraums notwendig.“, erklärt Hannes Kerschbaumer.
Unsere Forderung knüpft dabei an einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2019 an.
Damals wurde festgelegt, bei geeigneten Bebauungsplänen grundsätzlich einen Anteil von mindestens 30 Prozent förderfähigem Wohnungsbau anzustreben. Dieser Beschluss muss auch hier umgesetzt werden, denn an dem Bedürfnis nach mehr bezahlbarem Wohnraum in Bad Soden hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert.
Zukunft sozial und klimagerecht gestalten Die drei Anträge verfolgen ein gemeinsames Ziel: Bad Soden entwickelt sich sozial, klimagerecht und vorausschauend weiter. Ein Hitzeaktionsplan schützt die Bevölkerung vor einer Folge des Klimawandels, verbindliche Vorgaben für Solarenergie stärken den Klimaschutz, und Vorgaben zu förderfähigem Wohnbau sichern bezahlbaren Wohnraum. So entsteht ein Bad Soden, das Verantwortung übernimmt, Lebensqualität erhält und allen Bürgerinnen und Bürgern eine gute Zukunft bietet.




Verwandte Artikel
Bürgerliche Kooperation lehnt Maßnahmen zur Hitzevorsorge ab
In der vergangenen Stadtverordnetenversammlung am 26.08.2026 hatte Bündnis 90 / Die Grünen drei Anträge eingebracht: zwei Änderungen zum Vorentwurf des neuen Bebauungsplans für die Neuentwicklung unserer Innenstadt, sowie ein Antrag…
Weiterlesen »
Bad Soden braucht keine politischen Machtspiele, sondern sachorientierte Lösungen
Seit der Kommunalwahl am 15. März wurden in den letzten zwei Monaten wichtige Weichen für die nächsten fünf Jahre gestellt. Wir möchten Dorothée Fink zur Wahl der Stadtverordnetenvorsteherin gratulieren. Ebenso…
Weiterlesen »
Für sichere, schattige Fahrradstellplätze in Bad Soden
Der Sommer hat begonnen – und bereits jetzt zeigt sich: Bad Soden muss sich auf immer mehr Hitzetage vorbereiten. Ein besonders drängendes Problem betrifft Nutzer:innen von eBikes und eScootern: Bei…
Weiterlesen »