Rad- und Fußverkehrskonzept (RuF!): Mehr Mut für echte Verbesserungen!

Über Jahrzehnte hinweg wurde in der Stadtplanung insbesondere die Radinfrastruktur vernachlässigt; aber auch im Fußverkehr gibt es deutlichen Nachholbedarf. Bis heute fehlen vielfach sichere und durchgängige Verbindungen für Zweiradfahrer, für Fußgänger fehlen sichere Überquerungsmöglichkeiten der teils sehr stark befahrenen Straßen. Bad Soden ist wie die meisten Städte in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg eine für den Autoverkehr optimierte Stadt geworden. Seit einigen Jahren und ganz aktuell bedingt durch verschiedene Energiekrisen ist aber zunehmend ein Umdenken festzustellen. Nicht zuletzt auch aufgrund von technischem Fortschritt erfreuen sich Zweiräder, insbesondere E-Bikes und auch E-Roller einer wachsenden Beliebtheit.
In Anlehnung an das Ende 2021 verabschiedete Mobilitätskonzept wird seitens der Stadtverwaltung mit dem Rad- und Fußverkehrskonzept (RuF!) unter Einbindung der Bürgerschaft sowie der Planungsgesellschaft RV-K aus Frankfurt an Verbesserungsvorschlägen gearbeitet. Unser Magistratsmitglied Raimund Konrad bringt sich für uns Grüne engagiert in die Steuerungsgruppe ein, jedoch ist unser Einfluss dort aufgrund der Mehrheitsverhältnisse natürlich begrenzt. Bei der Befahrung von Gefahrenstellen in der Kernstadt vor wenigen Tagen durch Mitglieder der Steuerungsgruppe – vertreten waren CDU, Grüne und SPD – und der Stadtverwaltung wurden die Herausforderungen vor Ort deutlich sichtbar: auf der Königsteiner Straße durch den starken Autoverkehr, vor allem für Kinder die Niederhofheimer Straße mit ihrem steilen Anstieg hoch zur OPS, das Einbiegen in den neuen Kreisel von der Schubertstraße in die Königsteiner, die Unterführung in der Sulzbacher Straße, um nur einige zu nennen.
Die bislang diskutierten Vorschläge setzen aus unserer Sicht etwas zu stark auf kostengünstige Lösungen ohne spürbare Auswirkungen auf den Autoverkehr und das Parken von Autos. In einer räumlich begrenzten Stadt wie Bad Soden führt das oft nur zu kosmetischen Verbesserungen, wie etwa den bereits viel diskutierten neuen Radschutzstreifen an der Königsteiner Straße zwischen Kernstadt und Neuenhain.
Für uns Grüne in Bad Soden am Taunus hat eine zeitgemäße Mobilität immer schon hohe Priorität. Wir stehen dafür, nachhaltigeren Verkehrsarten mehr Raum zu geben und eine echte Balance zwischen den verschiedenen Fortbewegungsarten zu schaffen mit dem Ziel einer Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Wichtige Projekte für den Rad- und Fußverkehr sind für uns insbesondere sichere Alternativen abseits der Hauptstraßen, etwa die komfortable Verlängerung des Rad- und Fußwegs entlang der Bahngleise über Salinen- und Parkstraße Richtung Neuenhain, sowie notwendige Verbesserungen an der Schwalbacher Straße um hier nur zwei Beispiele zu nennen.



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